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Der Winzer Nik Weis (Weingut St. Urbans-Hof) unterstützt seit vielen Jahren die Trier-Gesellschaft und hat sich im Rahmen von natuerlich-wein.de für das Teilprojekt "Renovierung des Alten Zollhauses" entschieden.

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100 gerettete Trierer Schätze

(Trier) Georgsbrunnen am Kornmarkt, Balduinbrunnen beim Bahnhof und Petrusbrunnen auf dem Hauptmarkt: Diese Denkmäler sind Hingucker in der Stadt. Aber auch zum Erhalt weniger spektakulären Baudenkmäler hat die Trier-Gesellschaft einen wesentlichen Beitrag geleistet. 100 Projekte sind es mittlerweile, die in einem neuen Buch vorgestellt werden. Geschrieben hat es die Trierer Journalistin Cordula Fischer.

Von null auf hundert: So heißt das Bilanz-Buch der Trier-Gesellschaft nach 32 Jahren Engagement für Triers Baudenkmäler. Über die Neuerscheinung freuen sich (von links) der frühere TV-Fotograf Josef Tietzen, Verleger Michael Weyand, Autorin Cordula Fischer und der Vorsitzende der Trier-Gesellschaft, Karlheinz Scheurer. TV-Foto: Dorothee Quaré
 

"Den Hauptmarktbrunnen haben wir wieder zum Strahlen gebracht", sagt Karlheinz Scheurer, Vorsitzender der Trier-Gesellschaft, und freut sich. Ende vergangenen Jahres wurde der runderneuerte Petrusbrunnen der Öffentlichkeit präsentiert. "Oft wurde ich gefragt: Was hat die Trier-Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten alles gemacht, was ist als nächstes geplant?", sagt Scheurer. Immerhin hat der gemeinnützige Denkmalrettungsverein vor zwei Jahren bereits seinen 30. Geburtstag gefeiert.

"Bisher gab es einzelne Beiträge im Trierischen Jahrbuch, auf Flyern der Trier-Gesellschaft oder auf der Homepage des Vereins", sagt die Trierer Journalistin und Autorin Cordula Fischer. Ein kompletter Überblick über die Arbeit der Trier-Gesellschaft in 32 Jahren sei überfällig gewesen. So nahm sie das 100. Projekt der Gesellschaft, den Petrusbrunnen, zum Anlass für ihr Buch "Von Null auf Hundert", das in der Weinwirtschaft Friedrich Wilhelm der Öffentlichkeit präsentiert worden ist. Das Buch lädt zu Spaziergängen durch Trier und zu den Baudenkmälern ein, die in zahlreichen Fotos, unter anderem von Josef Tietzen und Roland Morgen, gezeigt werden. Die Texte sind angenehm kurz gehaltenen, informativ und unterhaltsam. Das Buch "Von Null auf Hundert" gliedert sich in drei Abschnitte: Alleenbereich, linke und rechte Moselseite. Zu Beginn jedes Teils bietet ein Stadtplan einen Überblick über die Lage der restaurierten Denkmäler.

"Die Rettung des Frankenturms habe ich damals als Journalistin hautnah miterlebt und begleitet", erinnert sich Fischer. Die Trier-Gesellschaft trat damals als Bauherr auf den Plan und hat den Mittelalterturm mit Hilfe kreativer Aktionen zwischen 2004 und 2007 von einer Ruine zum Vorzeigeobjekt gemacht. Doch Beachtung verdienten nicht nur die spektakulären Projekte, sagt Fischer. "Es sind auch die kleinen Zeugnisse der Geschichte, die vergessen am Wegesrand liegen", sagt die Autorin: "Die Kreuzwege in Trier-West und Heiligkreuz oder die Markuskapelle - das sind Bauwerke, die ganz viel Identität für die Menschen schaffen, die dort wohnen. Das sind Orte, an denen man Geschichte erleben kann. So etwas macht unsere Stadt aus!"

Das Buch "Von null auf hundert" ist erschienen im Verlag Michael Weyand (Trier), kostet 19,95 Euro und ist im Buchhandel, im Museumsshop des Stadtmuseums Simeonstift sowie bei der Trier-Gesellschaft erhältlich.

 

1.861 Euro für neugotische Kapelle

(v.l.) Dr. Ulrich Reeh (Lions-Club), Manuela Dietz (bastelstube), Karlheinz Scheurer (Trier-Gesellschaft) Jennifer Schaefer (City-Initiative)

Karlheinz Scheurer, Vorstand der Trier-Gesellschaft e.V., konnte dieser Tage eine Spende in Höhe von 1.861 Euro von Vertretern der bastelstube, dem Lions-Club und der City-Initiative in Empfang nehmen. Der Betrag kam im Rahmen einer Bastelaktion anlässlich des 10. Trierer Ostermarktes im April diesen Jahres zustande. Die Trier-Gesellschaft setzt sich insbesondere für den Erhalt von Trierer Kulturdenkmäler ein. Jüngstes Beispiel der inzwischen rund 200 realisierten Projekte war die Restaurierung des Petrusbrunnen auf dem Hauptmarkt. Vorstand Scheurer erklärte bei der Übergabe der Spende, dass diese in die Instandsetzung der aus dem Jahr 1870 stammenden neugotischen Kapelle auf dem Trierer Hautfriedhof fließen wird.

Willkommen zu den 2. Echternacher Tourismus Tagen

Vom 07. bis 10. Oktober finden die zweiten Echternacher Tourismus Tage statt. Weitere Informationen und das Programm finden zu hier. Infoflyer

Fahrt zur Ausstellung "UNESCO Welterbe. Eine Deutschlandreise" – Jetzt anmelden!

Vom 13. April bis 29. Juni 2014 können Besucherinnen und Besucher der Ausstellung "UNESCO Welterbe. Eine Deutschlandreise" eine informative Reise zu den 38 deutschen UNESCO-Welterbestätten erleben. Dazu gehören Kirchen und Klöster genauso wie Schlösser und Burgen, Gärten und Naturlandschaften. Die einzigartigen Denkmale sind Aushängeschilder des Landes, die gerade für den Tourismus eine hohe Bedeutung haben. Mit dem Speyerer Dom, den römischen Baudenkmälern, Dom und Liebfrauenkirche in Trier, dem Oberen Mittelrheintal und dem Obergermanisch-raetischen Limes liegen vier UNESCO-Welterbestätten in Rheinland-Pfalz. Die Weiterentwicklung der deutschen Welterbestätten wird seit 2009 mit einem Investitionsprogramm Nationale UNESCO-Welterbestätten unterstützt. Die im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen des Investitionsprogramms entstandene Schau soll dieses Engagement und die baukulturelle Bedeutung des Weltkulturerbes dokumentieren. Anmeldeformular | Veranstaltungsinfos

Trier-Gesellschaft bestätigt Vorstand

(Trier) Einstimmige Wiederwahl als Vertrauensbeweis: Sämtliche Mitglieder des Vorstands der Trier-Gesellschaft wurden in der Jahreshauptversammlung im Stadtmuseum Simeonstift in ihren Ämtern bestätigt. Eines der nächsten Projekte könnte die Rettung der Hautpfriedhofskapelle sein.

Der Vorstand der Trier-Gesellschaft ist für weitere drei Jahre wiedergewählt worden. Von links: Schatzmeister Peter Späth, Vize-Vorsitzende Elisabeth Dühr und der Vorsitzende Karlheinz Scheurer. TV-Foto: Roland Morgen
 

Trier. Vor der Wahl ließ der Vorsitzende Karlheinz Scheurer das abgelaufene Jahr des Denkmalrettungsvereins Revue passieren. Höhepunkt war die feierliche Enthüllung des frisch restaurierten Petrusbrunnens auf dem Hauptmarkt am 16. November. Das Gemeinschaftsprojekt von Trier-Gesellschaft und der städtischen Denkmalpflege wurde mit Unterstützung der Aktion "Meine Hilfe zählt" des Trierischen Volksfreunds realisiert.

Mitgliederzahl wächst weiter
Die Vize-Vorsitzende Elisabeth Dühr berichtete von einer weiter steigenden Mitgliederzahl. Zum 31. Dezember 2013 zählte der Verein 430 Mitglieder - so viele wie noch nie. "Und in diesem Jahr geht es erfreulich weiter mit dem Zuwachs." Schatzmeister Peter Späth erläuterte den Kassenbericht und teilte stolz mit, dass die Trier-Gesellschaft seit ihrer Gründung 1982 knapp 1,5 Millionen Euro zur Restaurierung von über 100 Objekten beigesteuert hat. Dies sei "ein sehr großer Erfolg, den sich die Gründungsmitglieder vor 32 Jahren zwar erhofft, aber nicht unbedingt für möglich gehalten haben", erklärte Alt-Oberbürgermeister Helmut Schröer, der anschließend als Wahlleiter fungierte.

Außer dem geschäftsführenden Vorstand (Scheurer, Dühr, Späth) wurden auch die Mitglieder des Führungsgremiums (Lukas Clemens, Gilbert Haufs-Brusberg, Gerd Kintzinger, Herbert Tschickardt, Peter Lürenbaum, Rudolf Terner und OB Klaus Jensen sowie Geschäftsführer August Hermann Thormeyer) einstimmig im Amt bestätigt.

Eines der nächsten gefährdeten Denkmäler, zu dessen Rettung die Trier-Gesellschaft beitragen will, ist die Kapelle des Hauptfriedhofs. Eine Ortsbesichtigung mit Vertretern der Stadt habe bereits im April stattgefunden. Laut Scheurer stehen nun eine genaue Untersuchung zur Ermittlung des Schadensausmaßes und die Kostenermittlung an.

Ebenfalls auf der Agenda stehen St. Gangolf, die Welschnonnenkirche, der Stadtmauer-Abschnitt im Schießgraben, die Thielsburg in den Kürenzer Weinbergen sowie St. Matthias (Marienfresko und Wegkreuz). Außerdem plant die Trier-Gesellschaft die Veröffentlichung einer Vereinschronik, um die Arbeit ihrer ersten 30 Jahre zu dokumentieren. Das Projekt in Kooperation mit der Journalistin Cordula Fischer und dem Verlag Michael Weyand steht laut Scheurer kurz vor dem Abschluss. rm.

Auf der Weismark, vor der Aulbrücke links: Dieser Bildstock soll auf Anregung und mit finanzieller Unterstützung der Familie Rita Müller geb. Götz und Klaus Müller, Weismark, Trier, in Zusammenarbeit mit der Trier-Gesellschaft restauriert werden.

 

Marktportal St. Gangolf

Erstes Projekt: 1984 hat die Trier-Gesellschaft das barocke Marktportal der Bürgerkirche St. Gangolf am Hauptmarkt restauriert und ihm eine neue Farbfassung in Weiß, Grau und Gold gegeben.


 

Es stammt aus den Jahren 1731/32 und wurde vom Augustinerbruder Joseph Walter entworfen. Geschaffen haben es Steinmetz Niclas Creising und Bildhauer Jacob Fische. Über dem Durchgang ist die Figur des heiligen Gangolf zu sehen. Gangolf wurde schon im 9. Jahrhundert verehrt, die Marktkirchenpfarrei wurde im 10. Jahrhundert gegründet und fällt zusammen mit dem Erwerb der Marktrechte und der Anlage des Platzes, wo Handel getrieben wurde. 22 000 D-Mark hat die Trier-Gesellschaft zur Portal-Sanierung dazugegeben. cofi

Frankenturm

Er hat nichts mit den Franken zu tun, wie sein Name glauben machen könnte, sondern wurde nach seinem Besitzer aus dem 14. Jahrhundert, Franco von Senheim, benannt: der Mittelalter-Wohnturm in der Dietrichstraße. Einst Wohnsitz der Trierer Oberschicht ist die weitere Geschichte des Frankenturms wenig rühmlich, diente er viele Jahre den Tauben als Unterkunft.


 

Ursprünglich fünf Geschosse hoch, erhielt der Frankenturm - der wohl schon im 14. Jahrhundert zerstört wurde - statt seines Zinnenkranzes ein Pultdach auf der nur bis zur Hälfte erhaltenen dritten Etage. Die oberen Turmteile wurden zum Teil unter Nazi-Herrschaft rekonstruiert, ein Zinnenkranz 1938/39 aufgesetzt. Rekonstruiert wurde die Ostseite 1956. Bis 2001 blieb der Wohnturm ungenutzt, dann öffnete das Fach Architektur der Hochschule das Gebäude für eine Ausstellung - das rief auch die Trier-Gesellschaft auf den Plan, die der Stadt 2004 ein Angebot machte: Der Verein übernahm die Restaurierung. 2007 konnte die Trier-Gesellschaft nach Arbeiten im Wert von mehr als 341 000 Euro den Frankenturm an die Stadt zurückgeben - fortan ist er zu mieten, es gibt Führungen und mehr in einer der wenigen Bauten des Mittelalters in Trier. cofi

Kastilport

Die Kastilport ist eines von mehreren Nebentoren in der mittelalterlichen Stadtbefestigungsmauer, die aus dem 11. Jahrhundert stammt und ein bei weitem kleineres Gebiet als das der römischen Stadt umfasste. Erst 1240 wird die "Castilport" urkundlich erwähnt.


 

Bis ins 13./14. Jahrhundert gab es 60 Tore und Türme in der Mauer. Die Kastilport soll aus einem romanischen, um die Mitte des 12. Jahrhunderts entstandenen Torbau hervorgegangen sein. Erweitert wurde sie im 13. Jahrhundert, 1936/37 rekonstruiert, im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört und in den 1950er Jahren wieder aufgebaut. Die Trier-Gesellschaft hat sich der Kastilport hinter dem Landesmuseum angenommen und ist für ihren jetzigen Zustand verantwortlich. Von 1994 bis 1996 flossen knapp 80 000 D-Mark in den Wiederaufbau. cofi

Kutscherhaus

Im Hinterhof gelegen, fern der Blicke der Passanten, halb zerfallen: Die Tage für das Kutscherhaus hinter dem repräsentativen Gebäude in der Christophstraße (Haus Franziskus) schienen gezählt.


 

Heute ist die Unterkunft des Pferdewagen-Chauffeurs des Arztes Dr. Löwenstein aus dem Vorderhaus gerettet - auch mit 10 000 Euro Unterstützung der Trier-Gesellschaft (2004). Das Ensemble steht unter Denkmalschutz, aber am rückwärtigen Teil nagte der Zahn der Zeit: Turmgebäude und Fachwerk konnten jedoch erhalten werden, anstelle von Stall und Remise wurde ein Neubau errichtet, damit das Begegnungsforum Haus Franziskus in Trägerschaft der Waldbreitbacher Franziskanerinnen künftig noch mehr Raum für Begegnung bieten kann. cofi

Balustrade am Johanniterufer

Touristen kommen hauptsächlich der Römerbrücke wegen ans Moselufer. Aber auch aus späteren Jahrhunderten gibt es hier Schätze.


 

Einen davon, die Sandsteinbalustrade mit gusseisernen Ornamenten nach einem Entwurf Johann Georg Wolffs am Johanniterufer, hat die Trier-Gesellschaft 1988 mit 30 000 D-Mark gerettet. Dargestellt sind Figuren aus der antiken Mythologie: dionysische Männerköpfe mit Weinlaub und Reben, zwei Tritonen, die eine Muschel, und weibliche Fabelwesen, die den Dreizack des Poseidon halten. Heute haben einige Paare die Balustrade für einen Liebesbeweis entfremdet und Schlösser an den Metallteilen befestigt.

Fenster in der Jesuitenkirche

Innerhalb einer Woche sind die alten Glasscheiben zweier Fenster im nördlichen Seitenschiff der Jesuitenkirche 2007 durch die des vom Soester Glaskünstler Jochem Poensgen entworfenen ersetzt worden. Dem ging eine etwas längere Geschichte voraus: 2004 gewann Poensgen den Wettbewerb um die Neugestaltung der Kirchenfenster, die seit den 1950er Jahren in schlichtem milchigen Kellerfensterglas so gar nicht zum eleganten Inneren des Gotteshauses passen wollten.


 

Seit 2006 waren die Arbeiten an der Umsetzung von Poensgens Konzept im Gange. Die Trier-Gesellschaft hat die zwei westlichen Fenster der Nordwand gestiftet (30 000 Euro), die in den Trierer Glaswerkstätten Binsfeld angefertigt wurden.

Jugendstilkellerei

1905 modern, zweckmäßig und schön: Auch heute noch wird das Kellereigebäude in der Gilbertstraße, das sich Heinrich Kunz errichten ließ und kurz darauf von Johann Förster übernommen wurde, in seiner ursprünglichen Funktion genutzt. Zum Komplex gehörten auch ein Garten und eine Villa.


 

Das Gebäude ist Zeugnis der Blütezeit des Weinbaus in der Region und eines für modernste Konstruktionsweise seiner Zeit. Die Jugendstilfassade mit Rankenmotiven wurde von der Saar-Mosel-Winzersekt GmbH, Besitzer seit 1984, restauriert, 2009 gab die Trier-Gesellschaft einen Zuschuss von 10 000 Euro dazu.

Haus des Handels

Ein repräsentatives Gebäude haben sich die Trierer Händler in der Kaiserstraße errichten lassen. Entworfen hat es der Trierer Architekt Ernst Brand 1903, erbaut wurde es 1904/05 vom Architekturbüro Reitz und Sievernich.


 

Die Fassade beeindruckt noch heute mit dem prächtigen Giebeln mit Rollwerkdekor, den seitlichen, gotisierenden Treppengiebeln, den Sandsteinornamenten und dem säulenflankierten Eingangsportal. 10 000 Euro hat die Trier-Gesellschaft 2010 zur Außenrestaurierung des Hauses des Handels, Sitz der ersten Handelskammer, beigesteuert, das heute dem Einzelhandelsverband gehört.

Nummer 100 ist erreicht

Die Arbeit läuft unermüdlich: Seit der Gründung 1982 ist der Denkmalrettungsverein Trier-Gesellschaft um das historische bauliche Erbe der Stadt bemüht. Mit dem Petrusbrunnen auf dem Hauptmarkt kann das 100. Projekt abgeschlossen werden. Enthüllung ist am Samstag, 16. November. Der TV gibt einen Überblick über den Verein und die Projekte, die in 31 Jahren umgesetzt wurden.


 

Trier. Die Stadt Trier hat Schulden. Auch Geld für die Rettung von Denkmälern ist daher knapp bemessen. Um das Rathaus beim Erhalt historischer Bauwerke zu unterstützen, gibt es allerdings engagierte Trierer, die das als gesellschaftliche Aufgabe und kulturelle Pflicht aufgefasst und sich zum Verein Trier-Gesellschaft zusammengeschlossen haben.

Mit St. Gangolf begann's
Das war 1982. Mitbegründer und bis zu seinem Tod erster Vorsitzender war der langjährige Landesmuseums-Direktor Heinz Cüppers (1929 bis 2005). 60 Idealisten waren am 14. April zur Vereinsgründung zusammengekommen. Das erste Projekt gingen die Denkmalretter 1984 an: die Restaurierung und neue Farbfassung des Marktportals von St. Gangolf, in die 22 000 D-Mark aus dem Vereinstopf flossen. Viel Beachtung fand 1984 und 1988 die Restaurierung und farbliche Gestaltung des St.-Georgsbrunnens auf dem Kornmarkt (65 000 D-Mark) oder in den 1990er Jahren der Wiederaufbau der Kastilport am Landesmuseum (knapp 80 000 D-Mark).
Noch unter Cüppers\' Regie wurden die Weichen für das bisher größte Vorhaben gestellt: die Sanierung des mittelalterlichen Frankenturms in der Dietrichstraße. Den Vereinsvorsitz übernahm 2005 nach Cüppers Tod Gert Burscheid, der bis dahin Schatzmeister der Trier-Gesellschaft war. Bis 2007 hat es gedauert, bis unter Burscheids Ägide das 900 Jahre alte Stück Mittelaltergeschichte runderneuert, wieder für die Öffentlichkeit zugänglich und an die Stadt zurückgegeben werden konnte. Der Trierische Volksfreund hat die Trier-Gesellschaft bei diesem Leuchtturmprojekt - am Ende flossen mehr als 340 000 Euro in die Mammut-Sanierung - unterstützt.
Bereits 2008 hatte der Verein einen weiteren Riesen auf der Liste: Mit ebenso viel Elan und Enthusiasmus und öffentlichkeitswirksamen Aktionen konnte der Balduinbrunnen von seinem maroden Zustand befreit werden. Nicht nur Bronzefigur und Steintrog wurden saniert, auch der Brunnenplatz wurde neu gestaltet und ist seither für Passanten zwischen Hauptbahnhof und Stadt ein erfreulicher, knapp 210 000 Euro teurer Anblick.

1,3 Millionen Euro investiert
Nichtsdestotrotz kümmert sich der Verein aber auch immer wieder um kleinere Maßnahmen wie die Renovierung von Wegekreuzen, Altären, Figuren, Fenstern und Teilen an Bauwerken. Mehr als 1,3 Millionen Euro hat die Trier-Gesellschaft in 31 Jahren aufgewendet, um den Erhalt steingewordener Geschichte zu sichern. Etwa 450 Mitglieder zählt der Verein, Vorsitzender seit 2011 ist Karl-Heinz Scheurer. Und mit Objekt 100 kehren die Denkmalretter an den Ausgangspunkt der Aktivitäten, den Hauptmarkt, zurück - mit einem weiteren Prestige-Projekt: der Sanierung des Petrusbrunnens. Dessen Enthüllung nach Abschluss der Arbeiten ist für den 16. November, 11.30 Uhr, geplant.
Die Trier-Gesellschaft plant eine Chronik über ihre Arbeit. Dafür und für weitere Projekte sind Spenden erwünscht.

Hilfe erbeten:
Denkmal-Pflegefall Bastion Südallee

Früher war der Rundturm Teil der Trierer Stadtmauer. Jetzt soll das Bauwerk, das als Bastion Südallee bekannt ist, restauriert werden. Dafür werden Spenden benötigt.

Achtlos fahren die meisten Autos an dem ins Erdreich abgesunkenen und lange Zeit hinter Büschen versteckten alten Turm vorbei. Dabei ist das stattliche Bauwerk auf dem Grünstreifen der Südallee, das die Trierer als Bastion bezeichnen, ein Rest der ehemaligen Stadtmauer, die einst hier entlang der Allee verlief und die Stadt vor Feinden und Eindringlingen schützte.

Kurz nach 1540 wurde der mächtige Rundturm aus roten Sandsteinquadern errichtet. Fast 15 Meter misst im Durchmesser das beachtliche Bauwerk, das als Wehrturm genutzt wurde. Im Schutz seiner Schießscharten konnten unterschiedliche Geschosse eingesetzt werden. Abgeschossen von der Höhe des Turms, vergrößerten sich Reichweite und Durchschlagskraft. Rundtürme waren überdies besonders widerstandsfähig bei Belagerungen. Das Untergeschoss des Turms, das heute im Boden versteckt liegt, wurde als Geschützkammer genutzt.

Jetzt soll das vom Verfall bedrohte Denkmal als Zeugnis der Stadtgeschichte restauriert und angemessen beleuchtet werden. Das Vorhaben ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Trier und der Trier Gesellschaft. Auf rund 30 000 Euro werden die Kosten für Mauerwerkssanierung und Beleuchtung geschätzt. Ohne Hilfe ist die Sanierung allerdings kaum zu schultern. Damit der Turm gerettet und zeitnah instandgesetzt werden kann, wird dringend um Spenden gebeten.

Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt sich am Sammeln von Spenden für die Bastion Südallee. Der Erlös des Benefizkonzerts „Grundton D“ in der Liebenfrauenkirche am Tag des offenen Denkmals kommt der Sanierung des Bauwerks zugute. „Grundton D“ ist eine seit 1990 gemeinsam mit dem Deutschlandfunk veranstaltete Konzertreihe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.



Denkmalretter mit neuem Vorstand

Die Trier-Gesellschaft hat einen neuen Vorstand. Den 1982 gegründeten Denkmalrettungsverein führen in den kommenden drei Jahren Karlheinz Scheurer (Vorsitzender), Elisabeth Dühr (Vize-Vorsitzende) und Peter Späth.

Trier. Davon können viele andere Vereine nur träumen: Die Trier-Gesellschaft ist weiter auf Wachstumskurs. Derzeit zählt sie 402 Mitglieder - so viele, wie noch nie. Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani ist das "mehr als nur recht, denn eine starke Vereinsbasis ist eine wichtige Voraussetzung für die Fortsetzung der für Trier so wertvollen Arbeit".

Seit seiner Gründung 1982 hat der Verein rund 1,4 Millionen Euro an eigenen Mitteln für Wiederaufbau, Instandsetzung und Erhaltung von Kulturdenkmälern ausgegeben und damit eine vielfach höhere Investitionen mobilisiert. Beispiel Balduinbrunnen: Dessen Generalsanierung (2009/10) machte die Trier-Gesellschaft mit Beharrlichkeit und einem Eigenanteil von 60 000 Euro erst möglich. An dem insgesamt gut 300 000 Euro schweren Projekt beteiligten sich dann außerdem Stadt, Land, Denkmalstiftungen und private Spender. So darf es aus Sicht der klammen Stadt, die kaum mehr eigene Sanierungsprojekte auf den Weg bringen kann, gerne weitergehen.

Die personellen Weichen dafür hat die Trier-Gesellschaft in ihrer Jahreshauptversammlung am Mittwochabend im Frankenturm gestellt. Rund 60 Mitglieder wählten einmütig den elfköpfigen Vorstand, der dann wiederum aus seinen Reihen das geschäftsführende Trio bestimmte: Versicherungskaufmann Karlheinz Scheurer (59), vorher Schatzmeister, ist neuer Vorsitzender; Stadtmuseums-Chefin Elisabeth Dühr (53) Vize-Vorsitzende und Sparkassen-Vorstandsmitglied Peter Späth (42) Schatzmeister. Ehrenamtlicher Geschäftsführer ist wie seit 1982 August-Hermann "Gustl" Thormeyer (74).

Aus Altersgründen nicht mehr zur turnusgemäßen Neuwahl angetreten waren der bisherige Vorsitzende Gerd Burscheid und Stellvertreter Rainer E. Meyer (beide 70). Lohn für ihr Engagement: Die Versammlung ernannte Burscheid zum Ehrenvorsitzenden und Meyer zum Ehrenmitglied. Der alte Vorstand hat ein komfortables Polster hinterlassen: Die Nachfolger können über ein Vereinsvermögen von 160 000 Euro verfügen. Nächste Denkmalrettungsprojekte gelten unter anderem der Bastion in der Südallee und dem neubarocken Tor am Angela-Merici-Gymnasium in der Sichelstraße. Um weiterhin flüssig zu bleiben, sucht die Trier-Gesellschaft weitere Förderer und Mitglieder.

Am Tag des offenen Denkmals (1. September) ist die Trier-Gesellschaft aktiv beteiligt. Sie bietet Führungen durch den Frankenturm und seinen mittelalterlichen Keller (Dietrichstraße) sowie durch die Sektkellerei in der Gilbertstraße an und sammelt Spenden für die Bastion in der Südallee, die dann ebenfalls zugänglich ist. Die Mauerwerkssanierung an dem um 1540 erbauten Wehrturm (Foto) planen Rathaus und Trier-Gesellschaft als gemeinsames Projekt. Dafür werden rund 30 000 Euro benötigt.

Die Trier-Gesellschaft steht nach der Vorstandsneuwahl unter Leitung von Karlheinz-Scheurer (Vorsitzender), Dr. Elisabeth Dühr (zweite Vorsitzende) und Dr. Peter Späth (Schatzmeister). Beisitzer sind OB Klaus Jensen, Prof. Dr. Lukas Clemens, Prof. Dr. Rudolf Terner, Gilbert Haufs-Brusberg, Herbert Tschic kardt, Gerd Kintzinger, Arne Rössel, Hans-Peter Lürenbaum; Geschäftsführer: Gustl Thormeyer. rm.



Viel Lob für die Stadt und ihre Bürger

Mai statt Januar: Der Trierer Oberbürgermeister Klaus Jensen hat am Dienstag seinen Bürgerempfang nachgeholt (der TV berichtete). Zugleich verlieh er Bürgerpreise für außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement.

Trier. Klaus Jensen war voll des Lobes. Nicht nur für die Träger des Bürgerpreises der Stadt Trier (siehe Extras unten), sondern generell: Für die Stadtverwaltung, für seine Dezernenten im Stadtvorstand, für Trier und die Trierer insgesamt. Deutlich war dem Oberbürgermeister in den Viehmarktthermen anzumerken, dass er allzuviel Kritik an der Stadt, an der Verwaltung und letztlich auch an seiner Person leid ist.

Gefragter Immobilienstandort

Da passte es ins Bild, dass er gleich zu Beginn seiner Rede die Genehmigung des Trierer Haushalts verkünden konnte (mehr dazu auf Seite 7). Die eher prekäre Finanzlage der Stadt erwähnte Jensen nur am Rande. Bei einem Neujahrsempfang wohl auch sein gutes Recht, da (selbst-)kritische Worte bei derlei Anlässen eher unüblich sind.

Und ein Neujahrsempfang war der Bürgerempfang schließlich - wenn auch im Mai. Grund: Im Januar habe es unter anderem durch den offiziellen Empfang des Ministerpräsidenten Kurt Beck in Rheinland-Pfalz eine solche Häufung derartiger Empfänge in Trier gegeben, dass die Stadt sich für eine Verschiebung entschied. Ein gutes neues Jahr habe er gleichwohl schon einigen versehentlich gewünscht, erzählte Jensen zu Beginn seiner Rede schmunzelnd, und erläuterte dann die aus seiner Sicht "dynamische Entwicklung, die unsere Stadt vollzieht." Die Zahl der Arbeitslosen sei sehr niedrig, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Versicherten dagegen steige kontinuierlich an. Die Zahl der Insolvenzen läge in Trier nur halb so hoch wie im rheinland-pfälzischen Durchschnitt. Die Einwohnerentwicklung (es gibt derzeit rund 105 000 Trierer) sei positiv.

Bundesweit gehöre Trier zu den gefragtesten Immobilienstandorten. "Das ist ein Indikator dafür, dass man sich von dieser Stadt nicht abwendet sondern sich ihr zuwendet", folgerte Jensen. Als weitere Indikatoren für die positive Entwicklung führte der OB unter anderem die überdurchschnittliche Zahl von Gewerbeanmeldungen in Trier an, überdurchschnittliche Einkommensentwicklung der Bürger und die Tatsache, dass Trier unter den hundert größten Städten auf Platz sechs bei den Übernachtungszahlen liege.

Die Herausforderungen für die Stadt zählte Jensen an den Aufgabengebieten für seine Dezernenten auf. Vor allem Schulentwicklung und Erhöhung der Kita-Platz-Zahlen beschäftigten Angelika Birk, die Konversion in Trier-Feyen und die Entwicklung in Trier-West Simone Kaes-Torchiani und die Suche nach dem neuen Feuerwehrstandort Thomas Egger. Vom Dezernentenlob ging es dann weiter zum Bürgerlob. Jensen verlieh den insgesamt mit 3000 Euro dotierten Bürgerpreis der Stadt Trier für "beispielhaftes ehrenamtliches Engagement zum Wohl der Allgemeinheit" (siehe unten). Der Bürgerpreis wird von der Sparkasse Trier gestiftet, eine Jury aus dem Oberbürgermeister und den Stadtratsfraktionen entscheidet über die Vergabe.

Marga und Rainer Haubrich erhalten den Bürgerpreis, weil sie seit vielen Jahren Pflegekinder in ihrer Familie aufnehmen. Die leiblichen Eltern dieser Kinder sind oft unfähig, sie aufzuziehen. Viele haben Alkohol- oder Drogenprobleme, sind langfristig krank oder psychisch dazu nicht in der Lage, so dass das Jugendamt Pflegefamilien suchen muss. Oberbürgermeister Klaus Jensen hob die große Verantwortung hervor, die Pflegeeltern übernehmen. Die Haubrichs haben selbst fünf Kinder. In der Patchworkfamilie brachten beide Partner Kinder mit, so waren sie gewohnt, sich auf "Neuzugänge" einzustellen. Heute haben die Haubrichs drei Pflegekinder. Marga Haubrich dankt für die mit dem Preis verbundene Anerkennung, die sie auch stellvertretend für andere Pflegeeltern in Empfang nehme. Sie wünsche sich, dass noch mehr Eltern bereit wären, Kindern aus schwierigen familiären Verhältnissen zu helfen.

Das Demenzzentrum Trier arbeitet unter anderem mit einem zehnköpfigen Team aus ehrenamtlichen Helferinnen, die zu zweit etwa zehn Demenzpatienten bei nachmttäglichen Runden betreuen. Vor allem an diese Ehrenamtler sowie an den Trägerverein war der Preis gerichtet, den der Trierer Internist Professor Bernd Krönig entgegennahm. Krönig, Vorsitzender des Trägervereins, war maßgeblicher Initiator für das Demenzzentrum. Eine Motivationsquelle für die nicht immer ganz einfache Betreuung der Demenzpatienten ist für die Helferinnen neben dem Einsatz für einen Mitmenschen die Dankbarkeit der pflegenden Angehörigen. Das Demenzzentrum berät diese, vermittelt Hilfen und bietet ein Forum zum Austausch. Krönig dankte für den Preis, nicht nur, weil die finanzielle Unterstützung willkommen sei, sondern weil er zeige, wie wichtig es sei, Demenzkranke voll in die Gesellschaft zu integrieren.

Die Trier-Gesellschaft, getragen von 400 Mitgliedern, hat sich dem Denkmalschutz in der Stadt verschrieben. Der offizielle Vereinsname lautet "Gesellschaft zur Erhaltung Trierer Kulturdenkmale". Der Verein hat seit seiner Gründung 1982 schon 1,4 Millionen Euro für 94 größere und kleinere Projekte gesammelt. Darunter waren Großspenden für die Sanierung des Frankenturms, des Balduinsbrunnens oder des Georgsbrunnens am Kornmarkt, aber auch für viele kleinere Projekte in den Stadtteilen oder die Anschaffung wertvoller Stücke für die Museen sowie die Unterstützung von Ausstellungen. Allein für die Sanierung des Frankenturms, bei dem die Trier-Gesellschaft auch als Bauherr auftrat, kamen über 100 000 Euro an Bürgerspenden zusammen. Vereinsvorsitzender Gert Burscheid nahm den Preis der Stadt dankend entgegen und nutzte die Gelegenheit gleich zur weiteren Mitgliederwerbung.